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„C’est petit Paris!“ soll Napoleon Bonaparte beim Anblick Düsseldorfs ausgerufen haben. Streng genommen ist dieser Satz zwar nicht historisch belegt, aber was macht das schon? In Düsseldorf zitiert man das Bonmot gern und häufig – dass der schmeichelhafte Vergleich ziemlich hoch gegriffen ist, gefällt den Düsseldorfern ganz besonders. Denn: Sie lieben ihre Stadt. In zahlreichen Umfragen bewerteten sie die Lebensqualität hier als überdurchschnittlich hoch und katapultierten die Rheinmetropole damit im europäischen und internationalen Vergleich in die Spitzenklasse.

Kein Wunder: Düsseldorf ist dynamisch, aber nicht hektisch, großstädtisch, aber überschaubar. Seine Bewohner sind unkompliziert und ihren Gästen aus der ganzen Welt zugetan. Zu den vielen attraktiven Seiten der Stadt gehören eine lebendige Kunstszene mit vielen Galerien und Museen, eine wunderbar lange Promenade am Rheinufer, eine hohe Dichte an Kneipen, Cafés und Restaurants, quirlige Stadtviertel mit jeweils eigenem Charakter und Einkaufsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel.

Die Qualitäten Düsseldorfs liegen – für Einwohner wie für Besucher – vor allem in einem Aspekt, der sich nicht mit Prachtgebäuden oder historisch bedeutenden Orten erklären lässt. Es ist das Lebensgefühl, das sich überall in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bemerkbar macht. Auch wenn 17 Prozent der rund 588 000 Einwohner ausländischer Herkunft sind, ist die Atmosphäre eindeutig rheinischer Art.

Das heißt, man hat es gern locker, nimmt vieles nicht so genau, achtet darauf, es sich gutgehen zu lassen, und ist vor allem von einer Sache absolut überzeugt: Schöner als in dieser Stadt kann es nirgendwo sein. Da ist vollkommen egal, was andere Leute darüber denken. Dieses unzerstörbare Selbstbewusstsein äußert sich gern mal in Angebereien, in einer gewissen großtuerischen Art. Davon sollte man sich aber nicht beeindrucken lassen. Das ist oft gar nicht so ernst gemeint, bietet aber auf jeden Fall Gesprächsstoff und erleichtert die Kontaktaufnahme zu den Düsseldorfern. Manche werden diese Neigung zur Großspurigkeit und die hohe Wertschätzung der angenehmen Seiten des Lebens mögen, andere mag es auf den ersten Blick eher abschrecken. Doch hinter der nicht selten übertriebenen Selbstdarstellung verbirgt sich meist ein freundliches Wesen, ein ausgeprägter Sinn für Humor und eine geradezu ansteckende rheinische Fröhlichkeit. Was oftmals wie Genusssucht herüberkommt, ist in Wahrheit warmherzige Lebensfreude, die sich im Feiern, im großzügigen Geldausgeben und in großen Auftritten niederschlägt – im „Spaß an der Freud’“ eben, wie der Wahlspruch der Düsseldorfer lautet.

Nicht zuletzt die Modemacher profitieren davon. International geschätzte Couturiers wie Tristano Onofri, Toni Gard, Uta Raasch, Ursula Conzen oder Beatrice Hympendahl entwerfen hier die Mode, die die Damen und Herren der gehobenen Kreise zu schätzen wissen und zu bezahlen bereit sind. Düsseldorfs Rang als Modestadt bezeugen auch die mehrmals jährlich stattfindenden diversen Modemessen.

Eine Gaudi, die unabdingbar zu Düsseldorf gehört, ist der Karneval: Ende Februar, Anfang März steht die Stadt für ein langes Wochenende Kopf. Von Altweiberfastnacht (Karnevalsdonnerstag) bis zum nächsten Dienstag werden Unmengen von Altbier getrunken und die Jecken feiern und tanzen auf den Straßen sowie in den Kneipen – in originellen, prächtigen oder albernen Kostümen, behängt mit Luftschlangen und betupft mit Konfetti. Höhepunkt ist der Rosenmontag mit dem großen Karnevalszug durch die Innenstadt.

Aber irgendetwas ist eigentlich das ganze Jahr über los. Die Rheinländer zieht es ja generell ins Freie – nichts ist schlimmer, als in den eigenen vier Wänden zu hocken –, und auch in dieser Hinsicht sind die Düsseldorfer waschechte Rheinländer. Da gibt es an jedem Wochenende das Schaulaufen der Inlineskater unten am Rhein – wo sich im Übrigen alle zeigen, die gesehen werden möchten, und das sind nicht wenige. Bücherbummel (Büchermarkt), Jazz-Rally und Düsseldorf Festival bringen ebenfalls Zigtausende auf die Beine. Und buchstäblich zur Millionenstadt wird Düsseldorf im Juli, wenn die Bierzelte und Hightechkarussells der größten Kirmes am Rhein die Oberkasseler Uferwiesen in einen einzigen Vergnügungspark verwandeln.

Was die Düsseldorfer ja eigentlich gar nicht brauchen. Schließlich können sie sich jede Nacht an der „längsten Theke der Welt“ vergnügen: in der Düsseldorfer Altstadt. Rund 260 Kneipen und Bars sind hier auf relativ kleinem Raum zu finden und bieten für jeden Geschmack das Passende. Traditionelle Brauhäuser neben Studentenkneipen und Musikbars, Hähnchengrills, Pizzerien und Diskotheken, irischen Pubs und Intellektuellentreffs. Doch die Altstadt besteht nicht nur aus Stätten feuchtfröhlicher Unterhaltung; günstig verteilt befinden sich hier auch die Kunstakademie, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit einem bedeutenden Bestand moderner Kunst, das Hetjens-Museum, das Heinrich-Heine-Institut und das Filmmuseum.

Eine ständig schmerzende Wunde ist das Verhältnis zur Nachbarstadt Köln, der ewigen Konkurrentin. Auch dass Düsseldorf im Jahr 1288 eine Stadt wurde, hängt mit Köln zusammen: Weil die Düsseldorfer wacker in der Schlacht bei Köln-Worringen mitkämpften, erhob der Graf von Berg zum Dank, besser gesagt zum Ausbau seiner machtpolitischen Interessen, den günstig zwischen dem Rhein und der Ost-West-Handelsstraße, dem Hellweg, gelegenen Ort zur Stadt. Das änderte aber nichts, Düsseldorf blieb weiterhin ein winziges, verschlafenes Dorf. Bis der sogenannte zweite Stadtgründer, Herzog Wilhelm von Berg, Ende des 14. Jhs. für das Nest einen großen Reliquienschatz anschaffte und Düsseldorf so einen Platz im Kreis der sieben wichtigsten Wallfahrtsorte des Rheinlands sicherte. Neben der Ehre bedeutete das auch eine sprudelnde Einkommensquelle für Gastwirte, Herbergsleute und manch anderes Gewerbe. Von dieser Vergangenheit als Pilgerort wissen heute selbst viele Düsseldorfer nichts mehr, obwohl sie eines der beliebtesten Feste, die große Kirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen, dem Tag des Stadtheiligen Apollinaris verdanken.

Nicht zu unterschätzen ist auch Düsseldorfs Rolle als Hauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen für das Selbstbewusstsein der Bürger, wenngleich im Alltag wenig Aufhebens darum gemacht wird. Das Landtagsgebäude am Rhein ist das markanteste Zeichen dieser Ehre. Eine kontinuierliche Entwicklung als fürstliche Hauptstadt war Düsseldorf in der Vergangenheit nicht beschieden. Es blieb klein und eher unbedeutend. Als die Preußen an den Rhein kamen, lebten in Düsseldorf (heute 588 000 Ew.) gerade einmal 20 000 Menschen, Handel und Gewerbe waren alles andere als blühend. Von der preußischen und protestantischen Beamten- und Militärgesellschaft waren die eher leichtlebigen katholischen Düsseldorfer wenig begeistert. Umso rasanter mutet bei dieser Zurückhaltung die Entwicklung zur Kunst- und Kulturstadt an.

Die Kunst ist im heutigen Stadtbild überall präsent, obwohl Düsseldorf mit etwa fünf Prozent seines Etats im Vergleich zu anderen Städten eher wenig für Kultur ausgibt. Vielleicht liegt auch darin der Grund, dass Joseph Beuys bis heute kein Denkmal gesetzt wurde – nur sein berühmter Filzhut ist im Stadterhebungsmonument verewigt. Beuys, 1961–1972 Professor an der Kunstakademie, provozierte nicht nur mit seinen Werken, sondern vor allem mit seinen Ideen Menschen mit einem konservativen Verständnis von Kunst aufs Äußerste. Trotz heftiger öffentlicher Proteste wurde er schließlich entlassen, spielte aber im Kunstleben der Stadt bis zu seinem Tod 1986 eine große Rolle.

Ökonomisch viel wichtiger und oft auch wahrnehmbarer als die Künste sind die Messen, die zu Düsseldorf gehören wie zu anderen Städten ein Dom. Waren solche Ausstellungen im 19. Jh. ein großes Ereignis, so sind sie heute längst der Normalfall, obwohl ca. 40 Messen mit bis zu 1,5 Mio. Besuchern pro Jahr für die Einheimischen nicht immer ganz einfach zu verkraften sind. Seine Hauptrolle spielt Düsseldorf heute als bedeutendes internationales Handelszentrum und wichtigster Außenhandelsplatz der Bundesrepublik. Auch deshalb ist in Düsseldorf die mit rund 450 Firmen größte japanische Kolonie in Europa heimisch geworden.

Da ein gutes Image für die vielen Unternehmen und Institutionen lebenswichtig ist, herrschen hier beste Bedingungen für die Werbeindustrie. Vom Umsatz her ist Düsseldorf Deutschlands erfolgreichster Werbestandort. Am Rand des Industriehafens ist ein Viertel entstanden, in dem namhafte Architekten einander mit ihren avantgardistischen Bauwerken überbieten – das Medienviertel. Fernsehsender, Filmfirmen und Galerien prägen diese schöne, neue Welt, die durch einige der besten Restaurants Düsseldorfs für viele Einwohner zur Attraktion geworden ist.

Seit ihrer Zusammenlegung 2003 bilden die Neuss-Düsseldorfer Häfen den drittgrößten Binnenhafen Deutschlands, nach Duisburg und Köln. Der Hafen ist damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der Rhein spielt auch für das Selbstbewusstsein und das Heimatgefühl der Düsseldorfer eine herausragende Rolle, und die Anfang der 1990er-Jahre geschaffene Rheinuferpromenade ist zu ihrem Lieblingstummelplatz geworden. Entweder man setzt sich in eines der Cafés oder in eine der Kneipen, die in die ehemaligen Kasematten eingezogen sind, schaut sich an, wer so alles vorbeikommt, und staunt über die großen Containerschiffe, die Richtung Basel oder Holland ziehen. Oder man bummelt bis zum Medienhafen, lässt sich auf der Living Bridge nieder, die die Promenade am Handelshafen mit der ersten Landzunge der Speditionsstraße verbindet. Wieder andere genießen den Blick vom „Balkon am Wasser“, der auf der ehemaligen Kranbahn an der Speditionsstraße entstanden ist. Viele weitere Vorzüge ihrer Stadt nehmen die Düsseldorfer eher gleichgültig hin. Doch darin liegt auch ihr großer Charme. Mangels langer Geschichte der Sorge um die Pflege einer uralten Vergangenheit enthoben, geben sich die Menschen mit großem Schwung dem Hier und Jetzt hin, ohne deshalb auf bewährte Annehmlichkeiten zu verzichten. Sie sind offen für Neues und für Fremde – die hier meist nicht lange Fremde bleiben.
 

Der Flughafen Düsseldorf (IATA-Code: DUS; Eigenbezeichnung Düsseldorf Airport) ist der drittgrößte Flughafen Deutschlands und das wichtigste internationale Drehkreuz des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemessen am Passagieraufkommen liegt der Düsseldorfer Flughafen hinter Frankfurt am Main und München sowie knapp vor dem Flughafen Berlin-Tegel, gemessen am Frachtaufkommen liegt er in Deutschland an sechster Stelle.Der Flughafen wurde am 19. April 1927 eröffnet.

Im Jahre 2015 nutzten über 22 Millionen Passagiere den Flughafen, der von 80 Fluggesellschaften mit über 180 Zielen in 50 Ländern verbunden wird. Mit einem Umsatz von rund 400 Millionen Euro und einem Ergebnis von 57 Millionen Euro zählte er im Geschäftsjahr 2010 zu den sechs profitabel wirtschaftenden Flughäfen Deutschlands.

Düsseldorf ist das Drehkreuz der Fluggesellschaften Air Berlin, Eurowings und Germanwings.

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